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Politainment & Int’l Affairs

Russia’s 14th Army in Moldova – The “Transnistrian Anchor” as Leverage on the West?
– Russia´s foreign affairs in Moldova. Utzinger (2014)

Abstract
In this theoretical paper it is my intention to propose an explanation for the behavior of Russia in the conflict over “the key to the Balkans”, a little breakaway region inside Moldova: the de facto state of Transnistria. Conflictual peculiarities in this region facilitated Russia´s engagement within so-called “Patterns of Peacekeeping” in former parts of the Soviet Union. From an Neorealist standpoint, the four key elements that have to be kept in consideration are functioning of a state (1), constraints in an anarchic system (2), problem-addressing (3) and the concept of relative and absolute gains (4). With this background, my goal is to gain a deeper understanding in the field of Russian foreign affairs towards both the West and towards Moldova as one example for military presence in former possessed territories of USSR. In my conclusion the alternative route of “Rooted Neorealism” is posed in order to comprehend Russia´s behavior. The roots of ethnicity and culture that had been grounded in 290 Million Soviet Citizens are not deniable. In order to secure this bond, Russia is willing to accept ramifications all over their political sphere to secure their top priority: reinforcing the shift back to the roots of the Soviet Union by using Transnistria as an “anchor” to impede Moldova’s orientation towards the West.

Die Unterhaltungsformate „heute-show“ und „Eretz Nehederet“ – Politische Kultur und Satire im Ländervergleich Deutschland und Israel. Utzinger (2015)

Abstract
„Every Friday night about one million Israelis – nearly 60 percent of the viewing audience – tune in to watch their leaders ridiculed and their country mocked. The show takes few prisoners, a reflection of Israel’s own lively and aggressive political culture“.
Das Zitat von Dina Kraft (2015) aus einem Artikel der New York Times bezieht sich auf die israelische TV-Show „Eretz Nehederet“, zu deutsch „Ein wundervolles Land“. Es verdeutlicht, wie die Anziehungskraft von satirischer, spielerisch aufbereiteter Unterhaltung zum Thema Politik und Tagesgeschehen in den Massenmedien zunehmend intensiver wird. Solches „Satire-TV“ (Baumgartner & Morris 2008; Baym 2005; Gray et al. 2009), welches, wie zumeist angenommen, seinen Ursprung in amerikanischen Formaten wie „The Daily Show“ oder dem „Colbert Report“ hat, wurde in Ländern wie Israel oder auch Deutschland aufgenommen, adaptiert und an die vorherrschenden politisch-kulturellen Kernthemen angepasst. Dabei wurde bisher weitestgehend missachtet, welche Rolle vorliegende Angebote mit einem Schwerpunkt auf Satire für die politische Kommunikationsforschung spielen kann.

Das Zitat von Kraft (2015) zeigt zunächst deutlich auf, welchen Stellenwert politische Satire und der humorvolle Umgang mit Themen der Tagespolitik in dem krisengeschüttelten Land in Nah-Ost zu haben scheint (Teichmann 2015). 60% Marktanteil einer Fernsehsendung sprechen dafür, dass – wie einer der Executive Producer Muli Segev im Interview behauptet – Israelis den Drang haben, ihren Stress durch einen satirischen Umgang mit Politik und Nachrichten abzuschütteln. Deutsche hingegen wurden 2011 in einer weltweiten Umfrage mit 30.000 Menschen aus 15 Ländern als „unwitzigstes Volk“ gewertet, Amerika nahm Platz eins ein, gefolgt von Spanien und Italien (Casciato 2011). Deutsche gelten als auf ihre traditionellen Werte bedacht, weshalb vielleicht der gesellschaftliche Diskurs zu Unterhaltungszwecken seit jeher im eher ernsten Kabarett behandelt wird (Pelzer 1986). Diese Umstände werfen die Frage nach den Bedingungen von politischer Kultur im Zusammenhang mit der Produktion und Rezeption von televisuellen Formaten mit politisch-kulturellen Inhalten auf: Wie sehr können fiktionale (und non-fiktionale) politische Unterhaltungsangebote im Ländervergleich als Indikator für die politische Kultur innerhalb verschiedener politischer Systeme dienen?

Different times, (almost) same measures? – CDU-Werbespots zur Bundestagswahl: 1957 & 1983. Utzinger (2015)

Abstract
Der Ursprung politischer Wahlwerbespots geht zurück bis in der Zeit des Nationalsozialismus, damals wurden ideologische Statements und politische Propaganda langsam vom Radio ins neue Medium Kino und sukzessive ins Fernsehen verlagert. Fernseh-Wahlwerbespots wurden erstmals 1952 von Dwight D. Eisenhower in den Staaten eingesetzt, in Deutschland hatten Parteien fünf Jahre später zur Bundestagswahl 1957 die Möglichkeit, ihr politisches Programm über das Medium kundzutun – und damit auch auf das anderer Parteien Bezug zu nehmen, sich kritisch zu äußern und so Mittel der Propaganda an der breiten Masse der Bürger anzuwenden. „Differenz times call for different measures“ (Nichols, 2010, S. 324): Ziel meiner Analyse soll es sein, zwei Wahlwerbespots aus 1957 und 1983 der Christlich Demokratischen Union auf ihren Propaganda-Gehalt und die Inszenierung von Ideologie zu untersuchen. Bei diesen Bundestagswahlen konnte die CDU die klare Mehrheit im Vergleich zu den anderen Parteien (1957: 50,2 %; 1983: 48,3 %) erringen. Es liegt die Vermutung nahe, dass den CDU-Werbespots erfolgreiche Inszenierungs- und Übermittlungsstrategien zugrunde liegen – und sie somit ihren Teil zum Wahlsieg beigetragen haben. Eine Reihe von aufeinander aufbauenden Leitfragen soll diese Analyse unter Zuzug von theoretischen Konzepten der Ideologie und Propaganda unterstützen.

 

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